Quellen der Inspiration

Les Amis des Mélodies Européennes

Quellen der Inspiration für den Hörer einer CD mit den schönsten Arien der „musica sacra“

Die beiden Musiker, leidenschaftliche Verehrer der musica sacra, haben für diese CD Werke gewählt, die eine überschwängliche Freude vermitteln. Sie wünschen, dass Ihnen der über diesen Melodien schwebende Geist Elan und Zuversicht schenkt!

Monique  Mondon – Muth

u. a. Preisträgerin des internationalen Opernsängerwettbewerbs UFAM – Paris

Wolfgang Reisinger

internationaler Konzertorganist und Kompositionsaufträge für die Papstbesuche

Für den Erwerb der CD bitten wir um eine freie Spende ab 15,- €

Mit dieser Spende sollen weitere Flüchtlingsprobleme erst gar nicht aufkommen: Sie dient der HIFA-Austria, um die technisch-praktische Ausbildung afrikanischer Lehrer auf dem Niveau der Industrieländer zu ermöglichen.

Der CD-Erwerb ist auch per Web möglich: unter www.hifa.at

Quellen der Inspiration:

„Da, wo Freude ist, ist Gott“    Paul Claudel

01   C.Ph.E. Bach, Sonate:     HIMMLISCHE FREUDEN!

Ich kann mir den Himmel als Ort der Freude, Bewegung und Liebe vorstellen – er ist ein Ort voller Überraschungen, wo man sich neckt und lacht.

02   A. Vivaldi, Domine Deus:  LIEBENDE VERHERRLICHUNG –

                                         „Oh, Du! … Du! … unser Vater!“

Im Himmel erhebt sich ein Lobgesang mit dem wichtigsten Wort „Pater“ (Vater). In diesem Gesang stammeln die Singenden nur „Herr  …  König des Himmels  …  Gott … Allmächtiger … VATER!“. Weiter kommen sie nicht, da ihnen bewusst wird, dass der gütige Vater alles weiß, was sie brauchen. Selbst Klage und Bitte sind nicht nötig.

03   J.S. Bach, Quia respexit: Ecce, Ecce !,  DIE VERWUNDERUNG MARIÄ

Nach dem VATER kommt jetzt Maria. Das wichtigste Wort dieser Arie ist „Ecce“! Die Verwunderung Mariä, die nicht enden will. Bevor sie uns endlich mitteilt, worum es geht, wiederholt sie dieses Wort 4-mal 1): „Stell dir vor! … kannst du dir das vorstellen? …kannst du dir das wirklich vorstellen? … ja, stell dir das doch einmal vor!

Das zweitwichtigste Wort „beatam“ 2)  ist der Grund des Staunens. Nach Marias JA macht die Schöpfung einen gewaltigen Sprung nach vorwärts: Die Eva-Ära ist zu Ende und die neue Ära, die Maria-Ära, beginnt. Das 5-malige 3) Wiederholen von „beatam“ erweist auf den NEUEN BUND.

04   M.A. Charpentier, Salve puerule:    WEIHNACHTEN

                                                     Himmel auf Erden – Erde im Himmel!     

Mit Jesus, der uns „den Himmel bringt“, beginnt also die neue Ära: „Freue Dich“, Maria, „Hoffnung der Menschen, Du Quelle, die ihr große Schuld hinwegnimmt.“ Die Musik drückt so viel Freude aus, dass man den Eindruck gewinnt, im Himmel zu sein!

05   G.B. Pergolesi, Vidit suum:  Maria, zuversichtlich und ungeduldig –

                                                 DIE AUFERSTEHUNG IST NAH!

Vielleicht ist der Zuhörer vom eher raschen Tempo dieser traurigen Arie überrascht. Versetzen wir uns aber in Marias Situation: Sie ist sicherlich von den schrecklichen Ereignis-

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1) Die Zahl 4 symbolisiert das Kreuz Jesu mit seinen 4 Richtungen: Der vertikale Kreuzesstamm verbindet unten mit oben (Erde – Himmel) und der horizontale Balken weist von links nach rechts und umfasst die gesamte Schöpfung.

2) Diese Stelle mit „beatam“ ist in Chouraquis Bibel direkt aus dem Hebräischen mit „Geh“, „Gehen wir“ übersetzt.

3)  Die Zahl 5 ist die Zahl des Ehebundes. Sie symbolisiert den NEUEN BUND.

        sen gebrochen und dennoch gleichzeitig auch erleichtert.

4)  Denn Jesus hat jetzt nur mehr den weniger schweren Teil vor sich: Das Hinabsteigen in das Reich des Todes, dem ja unmittelbar Sein Sieg über den Tod folgen wird! Darauf wartet Maria ungeduldig! Diese Ungeduld drückt der Komponist durch das rasche Tempo aus.

06   W.A. Mozart, Tu virginum corona:   GEBET EINES VERSPIELTEN KINDES

Dieses Gebet erinnert an ein Kind, das seine Stimme entdeckt, damit spielt und experimentiert: Es singt hoch und tief, dann nimmt es seinen ganzen Elan, um noch höher zu kommen und sich gleich danach zu vergewissern, dass es auch noch immer die tiefen Töne erreicht. Fasziniert von dieser Stimmakrobatik versucht das Kind die gekrönte Maria immer intensiver und überzeugender zu bitten, für die Leidenden den Frieden zu erwirken.   

07   G. Fauré, Pie Jesu 5) INBRÜNSTIGES GEBET EINES KINDES

Die Musik dieser Arie widerspiegelt die Aufrichtigkeit, die Reinheit und das tiefe Vertrauen des Betenden. Der « ewige Frieden » Jesu ist die innere Glückseligkeit, die das Herz derjenigen Menschen erfüllt, die ihr ganzes Vertrauen auf IHN gesetzt haben. Dieser Friede soll nicht mit der unbeweglichen ewigen Ruhe, die oft in diesem Zusammenhang gemeint wird, verwechselt werden.

08   M. Dupré, I am black: 

        „KOMMT HER, IHR GESEGNETEN MEINES VATERS …”,  Mt. 25:34

Hier höre ich Jesus mit seiner sanften, liebevollen Stimme und etwas später die stockenden Schritte der Gesegneten. Stumm vor Ergriffenheit wagen sie kaum zu atmen. Vom Vater sanft und unbeirrbar angezogen, kommen sie ans Ziel.   

09   C. Franck, Panis angelicus

         VERWUNDERUNG DES MENSCHEN VOR DEM UNFASSBAREN

Der Text ist wie eine Ankündigung, die von oben kommt, so als ob ein Engel mit den Menschen spräche. Diese erheben sich und strecken sich empor. Die musikalische Linie („pauper servus et humilis“) ist ansteigend und erreicht mit dem Wort „humilis“ 6) den Himmel. Ist jetzt der unten auf der Erde lebende „niedrige Diener“ schon im Paradies?

Ja, denn die Wiederholung gibt denselben Worten durch eine andere musikalische Linie eine neue Sicht: Alle glauben diese Nachricht, bekräftigen sie, staunen darüber und sind außer sich vor Freude.

10   G.F. Händel, How beautiful are:

                LEICHTER, HÜPFENDER GANG DER FRIEDENSBOTEN

Hier hört man die Sprünge und den leichten Gang der glücklichen und lachenden Himmelsboten, deren Weg progressiv nach oben – zum Ziel führt.

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4) Das Ende des irdischen Leidens ihres Sohnes ist zu diesem Zeitpunkt bereits Vergangenheit, denn im Text heißt es nicht „videt“ (sie sieht) sondern „vidit“ (sie sah).

5) Gabriel Fauré hat eigens vermerkt, dass er sich eine Kinderstimme für das Singen dieses Werkes vorstellt.

6) humus = Erde

11   J.J. FUX, Ave Regina

      GEGENSEITIGER LIEBEVOLLER ANBLICK UND FREUDENTANZ,

die als Zeichen der Dankbarkeit für Maria zu verstehen sind: Ohne sie wäre die gute Nachricht nicht möglich!

Hier können wir uns die verwunderten Augen und das gegenseitige Anlächeln der Betenden und Marias vorstellen. Dieses Gebet ist also nicht an eine ABSTRAKTE PERSON gerichtet, es ist eine Ekstase, eine ineinander Versenkung, die durch einen Freudentanz unterbrochen wird.

12   G.F. Händel, If God is for us  

GOTTES ATEM, DER ALLES MIT SICH REISST UND REINIGT

Diese Arie wiederholt in erklärender Form  „Domine Deus“ 7):  ICH BRAUCHE NUR GOTT, der Rest kommt von selbst! Und wir hören unentwegt den Heiligen Geist, der in Böen daherbraust und alles reinigt.

13   P. Nardini, adagio    TIEFES VERTRAUEN DES ALLMÄCHTIGEN /

            „VERHERRLICHT IST GOTT IN DER HÖHE  . . . “

In diesem Adagio lassen die tiefen Bässe an den majestätischen, allmächtigen Vater denken, der mit einem unerschütterlichen Selbstvertrauen seine Schöpfung sicher führt, indem ER jedem von uns trostreiche Worte zuspricht: „Habe Vertrauen zu mir, alles IST gut!“ Gegen Ende, beim Emporsteigen der melodischen Linie, entsteht der Eindruck, aus dieser ruhigen und tiefen Ungetrübtheit tauche allmählich eine Lobpreisung der gesamten Schöpfung auf: „Verherrlicht ist Gott in der Höhe … “

14   G.F. Händel, Sit nomen Domini  

               „  . . .  VON NUN AN BIS IN ALLE EWIGKEIT! “  Magnificat

Diese Lobpreisung endet schlicht, so als wären es die letzten Worte eines Kindes vor dem Einschlafen  . . .  im Himmel  . . .

Der Ring der präsentierten Werke schließt sich. Nachdem wir unsere Rundreise im Him mel 8) mit einem Lobgesang für den Vater begonnen haben 9), finden wir IHN dort wieder 10) und rühmen erneut sein Wirken 11): „  … von nun an bis in alle Ewigkeit!“

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Die CD ist verstummt … aber spüren wir nicht noch immer den Lobgesang, der durch die uner-messliche Güte des dreieinigen Gottes entfacht wurde, in unseren Herzen weiterschwingen … ?

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7) Titel 02                   8) Titel 01                   9) Titel 02                   10) Titel 13                   11) Titel 13, 14